10 Tipps für Food Photography mit dem Smartphone

Du bist ein Feinschmecker und möchtest dein Essen auf diversen Social Media Plattformen teilen? Oft erfordern hochwertige Fotos, teures und professionelles Equipment. Ich zeige dir, wie Du ganz einfach mit dem Smartphone tolle und ansehnliche Fotos von deinem Essen machen kannst.


Tipp 1 - Eine gute Vorbereitung ist das halbe Foto


Um gezielt seine Kreativität ausleben zu lassen, ist es wichtig dass man sich bereits vor dem Kochen Gedanken über das gewünschte Bild macht. Wichtig zu beachten, sind vor allem die Farben der Speisen, selbstverständlich nach dem Essen. Denn sind wir uns mal ehrlich, nicht alles sieht unbedingt nach dem Kochen aus wie ein Gaumenschmaus - auch wenn es total schmackhaft ist. Du solltest dir auch gleich überlegen in welchem Geschirr du deine Speise anrichten möchtest und ob dies zum Bildaufbau passt. Als nächstes kannst du dir auch schon überlegen, was im Hintergrund des Fotos zu sehen sein sollte. Ein Tipp von mir, besonders eigenen sich beispielsweise bestimmte Zutaten aus dem Gericht für den Hintergrund. Und dann heißt es eigentlich schon schnell Foto machen und genießen, bevor es kalt ist!



Tipp 2 - Perspektiven finden


Bildausschnitte von schräg vorne wirken oftmals durch Smartphones verzerrt und nicht harmonisch. Dadurch, dass man mit Smartphone-Kameras keine richtige Blende öffnen kann, erreicht man kaum Unschärfe und Bokeh im Hintergrund. Heutzutage gibt es aber schon Smartphones, welche mittels verschiedenen Modi wie Portraitmodus oder einer Dual-Kamera täuschend echte Bokehs und Unschärfen fälschen können. Durch diese Funktionen kommen Smartphone-Fotos immer näher an echte Kamerafotos heran. Auch du kannst dir in der Food Photography diese Features der neuen Smartphones zu Nutze machen. Nun zu einer beispielhaften Perspektive, welche deine Bilder auch ohne diese Funktionen gut aussehen lassen. Am besten wäre ein Blickwinkel von streng oben oder parallel zur Tischplatte. Die meisten Smartphone-Kameras sind weitwinklig und daher sollte eine Perspektive von oben auch ohne Leiter oder Sessel möglich sein. Meistens hängt die Perspektive aber vom Gericht ab, so zum Beispiel fotografiert man Burger oder Pancakes am besten von vorne, wohingegen man Pizza oder Quiche eher von oben fotografiert. Schließlich möchte man das Gericht ja möglichst genussvoll aussehen lassen.



Tipp 3 - Möglichst Nah am Gericht


Wie du den Bildausschnitt für dein Foto schlussendlich wählst, bleibt dir überlassen. Geschmäcker sind wie bei Speisen nun mal verschieden. Da, wie vorhin schon erwähnt, die meisten Smartphones Weitwinkel-Kameras eingebaut haben, musst du für mehr Details in deinen Bildern nah an dein Gericht heran. Ein Detail bietet häufig einen anderen, ungewohnten Blickwinkel, insofern sollte man sich seiner Speise im sprichwörtlichen Sinn annähern.



Tipp 4 - Achte auf die Stimmung


Neben ansprechenden Farben und einer guten Lichtstimmung beeinflussen vor allem dekorative Elemente, wie etwa Besteck, dein Bild. So machen beispielsweise ein scharfes Messer neben dem frisch aufgeschnittenen Gemüse dein Bild lebhafter und realitätsgetreu. Lebensfroher und ansprechender für das Auge des Betrachters werden Bilder, wenn die Farben der Lebensmittel harmonisch im Einklang sind. Weiters bewährt es sich wie im Tipp 2 beschrieben, auch rohe und ungekochte Lebensmittel in den Hintergrund ihres Bildes zu packen. Ebenso können eine schöne Blume, eine Stoffserviette oder eine schöne Unterlage die Wirkung und Stimmung deines Bildes deutlich verändern.



Tipp 5 - Der goldene Schnitt


Mit dem Goldenem Schnitt soll das Bild besonders harmonisch erscheinen. Hierzu zerlegst du dein Bild in drei Teile, wobei das Hauptmotiv nicht direkt in der Mitte des Bildausschnittes platziert wird. Dieser Tipp wird in der Fotografie auch häufig als "Rule of Thirds" bzw. "Drittelregel" bezeichnet und sollte auch in der Food Photography beachtet werden. Häufig befindet sich das Hauptmotiv des Bildes leicht rechts unten oder links oben.


Tipp 6 - Finger weg vom eingebauten Blitz


Der Schlüssel zu einem harmonischen Bild ist Tageslicht! Es sollte eigentlich immer Tageslicht verwendet werden. Auf den Einsatz von direktem Blitzlicht, vor allem von eingebauten Smartphoneblitzen, sollte auf jeden Fall verzichtet werden. Ich kann dir den Tipp geben, mache deine Bilder in einem gut ausgeleuchteten Raum. Du kannst dich auch zum Beispiel mit Tageslicht, welches durch ein Fenster hindurchscheint, spielen. Bilder, welche mit natürlichem Licht fotografiert wurden, wirken deutlich stimmungsvoller, ansprechender und harmonischer.




Tipp 7 - Spiele mit der Schärfentiefe


Heutzutage findet man selbst bei Standard Foto-Apps Einstellungsmöglichkeiten, mit welchen man den Fokus festlegen kann und besonders bei Nahaufnahmen den Hintergrund etwas verschwimmen lassen kann. Durch einen verschwommenen Hintergrund wird er Fokus deutlich mehr auf des Hauptmotiv gelenkt und das Bild bekommt einen "professionelleren" Style. Für mehr Schärfentiefe kann man mit bestimmten Foto-Apps auch Nachbearbeitungen vornehmen. Mehr dazu findest du im nächsten Tipp.



Tipp 8 - Bildbearbeitung auch für Smartphone-Bilder


Schließlich möchte ihr dir noch ein paar kurze Infos zur Bildbearbeitung am Smartphone geben. Mithilfe von bestimmten Bildbearbeitungs-Apps für dein Smartphone kann man bestimmte Bereiche des Bildes oder auch das gesamte Bild etwas verbessern. Beachte dabei aber immer - weniger ist mehr!

Ich möchte dir hier ein paar Beispiele für empfehlenswerte Bildbearbeitungs-Apps vorstellen, welche ich auch selbst benutze:


Lightroom mobile: Für meine Bildbearbeitungen am PC bei Kamerafotos benutze ich ebenso Lightroom. Auch für dein Smartphone gibt es eine mobile Version der App. Die App bietet neben üblichen Reglern für Helligkeit, Kontrast oder Schärfe auch noch einen Korrekturpinsel an. Mit diesem kann man einzelne Bildbereiche selektiv bearbeiten. Zusätzlich gibt es noch einen Reparaturpinsel, mit dem man störende Flecken wegstempeln kann. Die Basisversion der App ist kostenlos.

Snapseed: Snapseed ist eine kostenlose Bildbearbeitungs-Software. Sie ist nicht ganz so elaboriert wie Lightroom mobile, kann aber auch selektiv Bildbereiche bearbeiten. Snapseed ist schnell und intuitiv zu bedienen, also für Einsteiger eine gute Wahl.



Tipp 9 - Hintergrund und Umgebung zielführend nutzen


Gerade wenn man unterwegs Bilder von Speisen machen möchte, passt einem die Umgebung oft so gar nicht. Quietschbunte Plastiktische oder ein wuseliger Hintergrund können das schönste Gericht optisch niederringen. Hier musst du dann kreativ werden und eine geeignete Lösung finden. Damit meine ich nicht, dass du den Ort selbst verändern solltest, sondern eher eine andere Perspektive oder einen anderen Hintergrund finden solltest. Sind die Tische im Café hässlich? Dann sieht das Eis vor der Wand oder vor einem Fenster vielleicht schon besser aus. Hier geht es darum, dass du deiner Kreativität freien Lauf lässt.



Tipp 10 - Requisiten für unterwegs


Man ist natürlich nicht immer mit der eigenen Requisitensammlung in der Tasche unterwegs. Aber auch da draußen in der echten Welt gibt es schöne Accessoires, welche du dir für ein Bild zu Nutze machen kannst. Denkt an eine saubere Serviette, Besteck, Salz- und Pfefferstreuer, Ölkännchen, Saucen, Brot, Weingläser, Wassergläser oder Teetassen, eine Zeitung, Blumen, usw… Oft sind das genau die richtigen Requisiten für das Bild, weil sie natürlich sind.

Wenn das Café oder Restaurant so gar nichts zu bieten hat, schau doch mal in deiner Tasche oder wirf einen Blick aus dem Fenster. Vielleicht ist da ja eine Sonnenbrille drin oder vielleicht befindet sich draußen eine nette Blume?

Wie das Gericht nun bei dir am Tisch landet, hängt Großteils vom Koch ab. Du kannst aber trotzdem dein Gericht von der schönsten Seite zeigen. So solltest du für das perfekte Bild beispielswiese ein Basilikumblatt anders hinlegen und Tomaten nach vorne drehen.


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